Seltene Art im Wald gesichtet
Nina Herbst
Im Buchenwald bei Lindenau ist erstmals seit Jahrzehnten wieder eine Europäische Wildkatze nachgewiesen worden. Eine Wildtierkamera des örtlichen Forstamts hielt das scheue Tier in den frühen Morgenstunden fest.
Revierförster Matthias Brenner zeigte sich überrascht und erfreut: „Wildkatzen gelten als sehr anspruchsvoll, was ihren Lebensraum betrifft. Wenn sie sich hier wieder ansiedeln, ist das ein gutes Zeichen für den Zustand unseres Waldes.“
Die Art benötigt naturnahe, störungsarme Wälder mit altem Baumbestand, Totholz und dichtem Unterwuchs, um Deckung und Nahrung zu finden. Genau solche Bedingungen wurden im Rahmen eines Naturschutzprojekts gezielt gefördert. Alte Baumbestände blieben erhalten, und mehrere Waldwege wurden zeitweise für den Verkehr gesperrt.
Biologin Dr. Anke Wessel, die das Monitoring begleitet, ordnet den Fund ein: „Ein einzelner Nachweis ist noch kein Beweis für eine feste Population, aber er zeigt, dass sich der Wald in eine sehr gute Richtung entwickelt.“
Um mehr über das Tier zu erfahren, sollen zusätzliche Kamerafallen aufgestellt werden. So lässt sich klären, ob es sich um ein durchziehendes Tier oder den Beginn einer dauerhaften Ansiedlung handelt.
Für die Gemeinde ist der Fund auch über den Naturschutz hinaus eine gute Nachricht. Der örtliche Wanderverein plant eine Informationstafel am Waldrand. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass es diese Tiere noch bei uns gibt“, sagt Vereinsvorsitzende Heike Lorenz.
Auch Schulklassen sollen künftig im Rahmen von Waldtagen mehr über die scheue Katze erfahren. Förster Brenner rät allen, die den Wald besuchen, auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen, damit sich das Tier ungestört zurückziehen kann. Die Gemeinde hofft, dass sich die Wildkatze dauerhaft im Wald bei Linden niederlässt.




